Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig




Blutfette

Welche Blutfette sollten gemessen werden?

Folgende Fettwerte sollten jedenfalls im Blutserum gemessen werden:

  • (Gesamt-)Cholesterin

  • (Gesamt-)Triglyzeride

  • LDL-Cholesterin (das "schlechte" Cholesterin)

  • HDL-Cholesterin (das "gute" Cholesterin)

Bei besonderen Befund- oder Risikokonstellationen können weitere Werte erforderlich sein.

LDL und HDL stehen für die Art der Partikel, in denen das Cholesterin im Blut transportiert wird, nämlich "low-density lipoprotein" und "high-density lipoproprotein".

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Was bedeutet erhöhtes Cholesterin?

Blutgefäße

Erhöhtes Cholesterin stellt einen wesentlichen Risikofaktor für das  Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und ähnlichen Erkrankungen dar, der wirksam behandelt werden kann. Cholesterin lagert sich in den Gefäßwänden ab und vermindert den Blutfluß.

Für die Bedeutung von Cholesterin als Risikofaktor ist der Anteil an ("schlechtem") LDL-Cholesterin und ("gutem") HDL-Cholesterin ausschlaggebend.

Cholesterin ist in tierischen Fetten vorhanden (typisches Beispiel: Eidotter), wird aber auch im Körper selbst produziert.

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Was bedeuten erhöhte Triglyzeride?

Erhöhte Triglyzeridwerte tragen ebenfalls zum Risiko für das  Auftreten von Herzinfarkt, Schlaganfall und ähnlichen Erkrankungen bei. Bei sehr hohen Triglyzeridwerten (>500 mg/dl) kann es auch zur gefährlichen Entzündung der Bauschspeicheldrüse oder zu speziellen Hauterscheinungen kommen.

Triglyzeride können auch begleitend bei nicht optimal eingestelltem Diabetes oder anderen Erkrankungen erhöht sein oder eine Nebenwirkung von Medikamenten darstellen.

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Gibt es spezielle Erkrankungen mit erhöhten Blutfettwerten?

Neben häufigen Formen erhöhter Cholesterin- und/oder Triglyzeridwerte gibt es auch spezielle Erkrankungen, die durch bestimmte Genveränderungen vererbt werden, z.B. die "familiäre Hypercholesterinämie". Da diese Erkrankungen ein besonderes Vorgehen hinsichtlich Diagnose und Therapie sowie eine genetische Beratung erfordern, müssen sie erkannt bzw. ausgeschlossen werden.

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Müssen Patienten mit erhöhten Blutfettwerten behandelt werden?

In den meisten Fällen, ja! Bei erhöhten Cholesterinwerten besteht oft ein hohes Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und andere Durchblutungsstörungen. Erhöhte Triglyzeride tragen auch zum Auftreten von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei und können auch zu einer gefährlichen Entzündung der Bauchspeicheldrüse führen. Auch niedrige HDL-Cholesterinwerte weisen auf ein erhöhtes Risiko hin. Deshalb ist es so wichtig, die Blutfette zu bestimmen und gegebenenfalls zu behandeln!

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Welche Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Neben der Einhaltung einer Diät, die sich nach der Befundkonstellation und eventuellen Begleiterkrankungen richtet, gibt es sehr gute Medikamente, die nicht nur die Blutfettwerte, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich reduzieren. Prof. Stulnig berät Sie auf Basis der Laborbefunde und Ihrer persönlichen Risikokonstellation hinsichtlich der bestmöglichen Behandlung.

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Wie erfolgreich ist die Behandlung?

Viele Medikamente, die heute in der Behandlung erhöhter Blutfettwerte eingesetzt werden, haben in großen Untersuchungen gezeigt, dass sie nicht nur Blutfettwerte, sondern auch das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen deutlich reduzieren, und dabei sehr sicher sind. Die richtige Behandlung entsprechend Ihrer persönlichen gesundheitlichen Situation kann daher bedeutende Vorteile für Sie bringen.

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