Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig




Schilddrüse

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Informationen zu den Schilddrüsen-Untersuchungen finden Sie hier.

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Wozu ist die Schilddrüse eigentlich da?

Anatomie der Schilddrüse

Die Schilddrüse liegt unterhalb des Kehlkopfs am Hals und produziert mit Hilfe von Jod die Schilddrüsenhormone T3 und T4. Die Schilddrüsenhormone sind für die Regulation der Stoffwechselaktivität verantwortlich. Dazu gehört der Grundumsatz, also die Menge an Energie, die der Körper in Ruhe verbraucht. Das ist die Energie zum Atmen, um den Blutkreislauf in Gang zu halten und Organe zu erhalten. Die Schilddrüse ist ein lebenswichtiges Organ!

Bei einer Überfunktion der Schilddrüse ist der Grundumsatz und damit der Energieverbrauch gesteigert. Es kommt zu Gewichtsabnahme, Hitzegefühl, Herzklopfen, gesteigerter Darmtätigkeit und vielem mehr. Man ist im wahrsten Sinne "aufgedreht". Weitere mögliche Beschwerden siehe unter "Wie merke ich, dass meine Schilddrüse nicht in Ordnung ist?"

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse ist im Gegensatz dazu der Grundumsatz vermindert, was die Gewichtszunahme fördert, die allgemeine Leistungsfähigkeit und die Darmtätigkeit reduziert. Weitere mögliche Beschwerden siehe unter "Wie merke ich, dass meine Schilddrüse nicht in Ordnung ist?"

Sowohl die Über- als auch die Unterfunktion der Schilddrüse können  im äußersten Fall lebensbedrohliche Ausmaße annehmen. Daher ist die Feststellung einer eventuell vorhandenen Störung der Schilddrüsen­funktion ebenso wie deren regelmäßige Kontrolle wichtig.

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Wie merke ich, dass meine Schilddrüse nicht in Ordnung ist?

Es gibt zahlreiche Beschwerden, die bei gestörter Funktion der Schilddrüse auftreten können. Dazu kommen Beschwerden bei Vergrößerung oder Knotenbildung sowie bei kurzfristig auftretenden Schilddrüsenentzündungen, die unten erklärt sind. Leider werden typische Beschwerden oft erst bei ausgeprägter Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse spürbar. Daher können Sie sich auf die Beschwerden nicht verlassen und müssen die Schilddrüsenfunktion bei  verschiedensten Störungen im Befinden untersuchen lassen.

Typische Beschwerden bei Überfunktion der Schilddrüse können sein:

  • Gewichtsabnahme
  • Herzklopfen
  • Wärmeempfindlichkeit
  • Unruhe, Nervosität, verminderte psychische Belastbarkeit ("schlechte Nerven")
  • Zittern
  • Durchfall
  • Haarausfall
  • Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit
  • verminderte Lust/Potenz

Typische Beschwerden bei Unterfunktion der Schilddrüse können sein:

  • Gewichtszunahme
  • Kälteempfindlichkeit
  • Abnahme der Leistungsfähigkeit
  • Muskelschwäche
  • Müdigkeit
  • Depression
  • Verstopfung
  • Haarausfall
  • Zyklusstörungen, Unfruchtbarkeit
  • verminderte Lust/Potenz

 

 

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Bei mir wurde(n) ein (mehrere) Knoten in der Schilddrüse festgestellt. Was muss ich tun?

  • Szintigraphie und Zytologie der Schilddrüse

Knoten in der Schilddrüse können gutartig oder bösartig (Krebs) sein.  Daher sollten Sie einen Schilddrüsenspezialisten aufsuchen. Um abzuklären, ob ein Knoten gut- oder bösartig ist, gibt es verschiedene Untersuchungsmethoden, welche unterschiedliche Aussagekraft haben.  Dazu gehören heute besonders die Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse und die Feinnadelpunktion, die die Szintigraphie weitgehend in den Hintergrund gedrängt haben.

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Ich habe ein Engegefühl im Hals. Hat das etwas mit der Schilddrüse zu tun?

Hals tasten

Ein Engegefühl im Halsbereich kann vielfältige Ursachen haben. Veränderungen der Schilddrüse im Sinne von Knotenbildungen oder Entzündungen gehören dazu. Neben einer Begutachtung beim Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde ist eine Untersuchung der Schilddrüse erforderlich.

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Ich habe Schmerzen am Hals. Kann das von der Schilddrüse kommen?

Sehr wohl! Eine Entzündung oder Knoten in der Schilddrüse können  ziehende und bisweilen heftige Schmerzen verursachen. Eine fachgerechte Untersuchung der Schilddrüse ist daher erforderlich, wenn die Beschwerden nicht innerhalb weniger Tage abklingen. Verschiedene Schilddrüsenerkrankungen können effizient behandelt werden und befreien Sie rasch von Ihren Beschwerden.

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Muss eine Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse behandelt werden?

Ausgeprägte Unter- und Überfunktionen der Schilddrüse müssen jedenfalls behandelt werden, da Sie eine Palette an Komplikationen bis zu lebensbedrohlichen Zuständen auslösen können. 

Bei geringer Unter- oder Überfunktion der Schilddrüse hängt es von verschiedensten Umständen ab, ob Sie unbedingt behandelt werden müssen, von einer Behandlung profitieren, oder gar keine Vorteile daraus ziehen würden. Eine besondere Situation liegt bei Kinderwunsch oder Schwangerschaft vor. Prof. Stulnig analysiert Ihre konkrete Situation und erklärt Ihnen Vor- und Nachteile einer Behandlung.

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Kann die Schilddrüse in der Schwangerschaft Probleme machen?

Eine optimale Schilddrüsenfunktion ist schon für die Konzeption (Empfängnis) von großer Bedeutung. Auch im Verlauf der Schwangerschaft ist neben einer adäquaten Jodzufuhr die Schilddrüsenfunktion der werdenden Mutter entscheidend für die Entwicklung des Kindes. Dazu können Schwangerschaftshormone die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und z.B. eine Überfunktion auslösen. Andererseits benötigen viele PatientInnen, die Schilddrüsenhormone einnehmen, eine Dosisanpassung meist schon zu Beginn der Schwangerschaft. 

Fazit: Wenn bei Ihnen auch nur geringe Funktionsstörungen vorliegen sollten, muss die Schilddrüsenfunktion vor und während der Schwangerschaft kontrolliert und gegebenenfalls eine medikamentöse Einstellung vorgenommen bzw. angepaßt werden.

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Ich habe vor kurzem ein Baby entbunden. Kann es sein, dass meine Schilddrüse jetzt nicht in Ordnung ist?

Eine " meist schmerzlose " Schilddrüsenentzündung ist eine nicht seltene Komplikation im ersten Jahr nach einer Schwangerschaft. Die Schilddrüsenentzündung nach der Schwangerschaft äußert sich in Über- und Unterfunktion und kann das Wohlbefinden wesentlich beeinträchtigen. Prof. Stulnig berät Sie ob eine Schilddrüsenerkrankung vorliegt und ggf. welche Behandlung Vorteile für Sie bringt. 

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Macht die Schilddrüse wirklich nur die "Schilddrüsenhormone"?

Die sog. C-Zellen in der Schilddrüse produzieren das Hormon Kalzitonin, das einen Einfluß auf den Kalziumhaushalt hat. Das Hormon ist im Normalfall von untergeordneter Bedeutung. C-Zellen können aber auch bösartige Tumore bilden, weshalb das Kalzitonin bei der Beurteilung von Knoten in der Schilddrüse von Bedeutung ist. Darüber hinaus findet das Hormon Anwendung als Medikament bei Osteoporose.

Parathormon ist ein anderes Hormon, das eine wichtige Funktion im Kalziumhaushalt hat, und wird von den Nebenschilddrüsen gebildet.

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Was sind die Nebenschilddrüsen?

Die Nebenschilddrüsen sind meist vier linsengroße Hormondrüsen, die der Schilddrüse unmittelbar hinten aufliegen. Die Nebenschildddrüsen produzieren das Parathormon, das entscheidend den Kalziumspiegel im Blut reguliert. Die Nebenschilddrüsen können durch Vergrößerung und Mehrproduktion von Parathormon den Kalziumspiegel über die Norm steigern und dadurch verschiedenste Beschwerden bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen auslösen. Typische Symptome eines erhöhten Kalziumspiegels im Blut sind Nierensteine, Knochenschmerzen, Magen-/Darmbeschwerden, vermehrter Harndrang.

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