Univ.-Prof. Dr. Thomas Stulnig




Typ 2 Diabetes

Wie entsteht der Typ 2 Diabetes?

Großer Bauchumfang trägt wesentlich zur Entstehung des Diabetes bei Übergewicht und Fettleibigkeit bei

Typ 2 Diabetes gibt es im Wesentlichen nur im Zusammenhang mit der  Adipositas (Fettleibigkeit). Besonders das Fett, das sich im Bauch ablagert, führt zu Diabetes. Dabei steht die verminderte Insulinwirkung anfänglich im Vordergrund, später auch eine mangelnde Funktion der Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. In der Regel tritt Typ 2 Diabetes im mittleren und höheren Lebensalter auf, kommt aber auch bei adipösen Kindern vor. Richtige Ernährung, Gewichtsreduktion und körperliche Aktivität sind besonders wichtig für die Prävention und Therapie, daneben gibt es eine Reihe medikamentöser Therapieoptionen.

Nach oben

Sind erhöhte Blutzuckerwerte im Alter nicht normal?

Auch im höheren Lebensalter haben erhöhte Blutzuckerspiegel schädliche Auswirkungen auf den Körper (siehe gesundheitliche Risiken). "Alterszucker" ist daher ein verharmlosender Ausdruck für Typ 2 Diabetes im höheren Lebensalter, der nicht mehr verwendet werden sollte.

Nach oben

Welche gesundheitlichen Risiken haben Patienten mit Typ 2 Diabetes?

Erhöhte Blutzuckerspiegel können akute Komplikationen auslösen. Für Patienten mit Typ 2 Diabetes sind aber Langzeitkomplikationen eine viel größere Bedrohung. Typische Spätkomplikationen sind Nierenversagen, Blindheit, Amputationen und Herz-Kreislauferkrankungen. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird durch andere Risikofaktoren wie erhöhte Blutfettwerte, Bluthochdruck und Rauchen noch weiter erhöht.

Nach oben

Wie können die gesundheitlichen Risiken minimiert werden?

Verengung von Blutgefäßen durch Atherosklerose

Die optimale Blutzuckereinstellung ist von entscheidender Bedeutung, um die Entwicklung der Diabetes-typischen Spätkomplikationen an Niere, Augen, Nerven und Füßen zu verhindern. Darüber hinaus bestehen bei Patienten mit Typ 2 Diabetes meist andere Risikofaktoren, die unabhängig voneinander behandelt werden müssen. Die Behandlung erhöhter Blutfette und von Bluthochdruck sind besonders wichtig, um Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen in den Beinen zu verhindern. Prof. Stulnig berät Sie auch über unterstützende Maßnahmen zur Gewichtsreduktion und Nikotinkarenz, die ebenfalls wesentlich zur Verringerung des Risikos für HerzKreislauf-Erkrankungen beitragen. 

Nach oben

Welche Therapiemöglichkeiten für Typ 2 Diabetes gibt es?

Zur Blutzuckereinstellung beim Typ 2 Diabetes stehen zahlreiche Therapieoptionen zur Verfügung. Zur Beschreibung der verschiedenen Möglichkeiten siehe Welche Möglichkeiten gibt es zur Behandlung des Diabetes?

Zu Beginn steht die Lebensstilmodifikation und die Therapie mit Tabletten im Vordergrund sowie neuere Therapieformen. Im späteren Verlauf kann eine Insulintherapie die beste Möglichkeit zur Blutzuckereinstellung darstellen. Prof. Stulnig bespricht mit seinen Patienten alle in Frage kommenden Therapieoptionen und vereinbart gemeinsam mit ihnen die optimale Behandlungsstrategie.

Nach oben

Was bedeutet die Insulintherapie ganz praktisch?

Insulin-Pens

Eine Insulintherapie stellt heute keine wesentliche Einschränkung der Lebensqualität mehr da. Insulin wird mit Kugelschreiber-artigen Geräten ("Pens"), die sehr einfach zu bedienen sind, appliziert. Die speziell für Pens entwickelten Nadeln, sind besonders dünn und der Einstich kaum spürbar. Insulin wird unter die Haut im Bauchbereich oder Oberschenkel gespritzt.

Die Insulintherapie muss den persönlichen Bedürfnissen und Erfordernissen angepasst sein. Die einfachste Variante ist die einmal tägliche Gabe eines Langzeitinsulins am Abend vor dem Schlafengehen, welche zusätzlich zur Tablettentherapie gegeben wird. Darüber hinaus gibt es mehrmals tägliche Gaben von Mischinsulinen. Größte Flexibilität im Alltag bieten komplexe Therapieschemata, die Langzeit- und Kurzzeit-Insuline kombinieren. Prof. Stulnig berät Sie, welche Therapieform die meisten Vorteile für Sie bietet und Ihren Bedürfnissen entgegen kommt. 

Nach oben